Was tun gegen die AfD? Raus aus der Bubble!

Die Wahlen in den U.S.A. haben gezeigt, wie schnell Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus in eine Regierung einziehen können.

Aber auch auf der anderen Seite zeigt sich Bewegung. Die Menschen fangen an sich Gedanken zu machen, was sie tun können um gegen Rechtspopulismus vorzugehen. Trump ist eine Chance, in Deutschland nicht das Gleiche passieren zu lassen. Es liegt an uns, diese Aktionsbereitschaft nicht verpuffen zu lassen, sondern genau jetzt die aufgeweckten Menschen an handfeste Lösungsansätze zu bringen. 2017 sind wieder Wahlen. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt um aktiv zu werden.

Wer wählt die AfD?

Wir brauchen eine Kampagne, die gezielt die AfD und ihr Wahlprogramm auseinander nimmt. Dazu müssen wir die Wähler*innen der AfD kennen lernen, verstehen, und ihnen mit Respekt begegnen. Der Ausgang der Wahlen in den U.S.A. ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass ein Dialog zwischen Stadt und Land, gebildet und weniger gebildet, reich und arm, erfolgreich und sozial benachteiligt nicht stattgefunden hat. Trump-Sympathisanten und auch Trump selbst wurden von der Gegenseite verspottet, als man sie hätte ernst nehmen sollen.

Die Kenntnis der AfD-Programmatik tendiert unter deren Wählerschaft gegen Null. [1]

Ein Blick ins Wahlprogramm der AfD zeigt schnell, dass diese für ihre eigenen Wähler*innen eigentlich keine Lösungen bereithält, und stattdessen auf Ablenkungsmanöver und Sündenböcke setzt.

Die AfD ist in der sehr schönen Lage Oppositionsführer zu sein und muss eben keinen Ausblick geben – im Gegensatz zur Regierung – wie sie aus eigener Kraft das Land verändern will. Das ist nunmal das Privileg der Opposition.

– André Poggenburg auf dem Landtag Sachsen-Anhalt 2.6.2016

#AufklärenFürDeutschland

Was wir brauchen ist eine breite Bewegung von Menschen, die den Kontakt zu AfD-Wähler*innen suchen, diesen zuhören, versuchen ihre Ängste zu verstehen, und dann mit ihnen das Wahlprogramm Schritt für Schritt durchgehen um zu überprüfen, ob diese Partei tatsächlich ihre Ansichten widerspiegelt, und zu ergründen welche Konsequenzen die vorgeschlagenen Punkte mit sich tragen. Besonders AfD-Wählerinnen sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Partei eine klare Rollenzuweisung für Frauen sieht, die einen Rückschritt zu vor 60 Jahren bedeutet. Dort kann auch angesetzt werden, um zusammen mit AfD-Wähler*innen Rollenbilder und Identitäten zu verstehen und zu dekonstruieren.

Aufklärer*innen und ‘Therapeut*innen’ gesucht!

Das Ziel wird nicht sein, von oben herab zu diktieren, welche Partei jemand wählen soll. Es sollen keine Vorschläge gemacht werden, sondern auf weiterführende Plattformen hingewiesen werden, auf denen Wähler sich über Parteien und Wahlprogramme informieren können.

Das derzeit größte Problem scheint zu sein, dass den AfD-Wähler*innen niemand zuhört außer der AfD. Da wir aber eine politische Gemeinschaft sind, ist es unsere Aufgabe gerade mit den Stimmen zu diskutieren, mit denen wir nicht einer Meinung sind. Wir müssen davon ausgehen, dass jede*r von uns unter gleichen Bedingungen die gleichen Entscheidungen treffen würde, dass AfD-Wähler*innen genauso Menschen wie wir sind, die bestimmte Einflüsse bekommen haben die dazu geführt haben, dass sie ihre Stimme für eine bestimmte Partei geben.

“Nazis auf’s Maul?”

Oft wird behauptet, mit Nazis oder AfD-Wähler*innen könne man nicht diskutieren. Dass man sie verachten und ächten müsse, um ihnen klar zu machen, dass sie in dieser Gesellschaft nicht erwünscht sind. Dieser Idee liegt das gleiche Problem zugrunde, das auch für Fremdenfeindlichkeit verantwortlich ist: Die Unfähigkeit, sich sein Gegenüber als komplexen, gleichwertigen Menschen vorzustellen. AfD-Wähler*innen verdienen es, dass man ihnen als Menschen begegnet. Denn wenn man jemanden anschreit, wird das diese Person nicht dazu bewegen, einem zuzuhören. Lasst uns stattdessen endlich der Einfluss sein, der diese Menschen zum Nachdenken und Reflektieren bringt, der ihnen die Angst vor Fremden mindert und die Komplexität der Welt in verständlichere Kontexte rückt. Das ist für viele von uns mit Sicherheit die äußerste Grenze dessen, was für uns komfortabel und vorstellbar ist. Aber wie sollen wir von AfD-Wähler*innen erwarten, auf uns zu zukommen, wenn wir nicht zu Gleichem bereit sind?

An die Arbeit.

Wer macht mit?

Meldet euch bei aufklaerenfuerdeutschland@posteo.de

 


[1] https://oxiblog.de/wer-waehlt-die-afd/

image: https://www.flickr.com/photos/dailypic/1459055735/

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